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musik meiner woche

nadia sirota – violine as its best. unglaublich was eine_r  mit diesem instrument für töne und melodien zaubern kann.

camille – female hip hop dj. großartige mixes auf soundcloud.

alice dee – deutscher rap mit texten übers verrücktsein, den alltäglichen rassismus und wunderwahnsinn.

kellee maize gibts auch auf jamendo – anscheinend in den usa sehr bekannte rapperin. elektronische beatz dazu, hervorragend für die tanzfläche (im eigenen zimmer oder im club).

ill-eshadubstep, trap & future bass *woohoo*

laura mvula – samstagabendbeat (via mädchenmannschaft)

was habt ihr so gehört letzte woche?

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meine musikalische politisierung

meine feministische und überhaupt politisierung hat vornehmlich über musik stattgefunden. auch meine identitätsfindungen und -suchungen sind ziemlich mit meinem musikgeschmack verwoben. eine kleine biografisch-musikalische reise:

nachdem ich meine pubertät mit eurodancehits begonnen und mit grunge fortgeführt hatte, bin ich irgendwann auf tracy chapman, tori amos, skunk anansie, fiona apple und – ungeschlagen – sinéad o’connor gestoßen. die affinität zu musik von frauen* hatte mit meinem damaligen outing als lesbe zu tun. meine stimme wurde nicht repräsentiert von männern*. bei liebesliedern mutete es mir immer seltsam an, wenn eine männliche* stimme sie sang. das war nicht meine rolle in der liebe. ich war doch eine frau*, also musste meine liebe auch von einer frauen*stimme ausgedrückt werden. meine ersten feministischen ansätze, jaja. die haare hab ich mir dann auch irgendwann abrasiert.

inhaltlich, also textlich politisch wurde es dann wiederum wieder über männer*musik. ton steine scherben. von meinem hippie-dasein ging es schlagartig (haha) zum punk, zur anarchie, zum antideutschsein.

also punkrock. von da aus war es nur noch ein winziger schritt bis ich ENDLICH die riotgrrrl-bewegung fand. puh. genau DAS hatte ich gesucht! (danke an dieser stelle an n., die mir unendlich viele mix-cds schickte mit großartigen künstler_innen.)

ein unvergessener abend mit meiner damals besten freundin: kiffen, schokolade, mixtape machen. wieso gibt es eigentlich so wenig musik von frauen*, die inhaltlich so treffend großartig sind wie the notwist und tocotronic? daraus wurde ein mixtape ausschließlich mit ani di francolassie singers gab es nicht mehr, britta fanden wir gut, parole trixie zu schräg auf dauer. wir kannten schon auch team dreschle tigre und auch peaches, aber das internet gab es noch nicht so lang in unserem leben, schon gar nicht zum musikfinden. computer waren zum recherchieren und schreiben der hausarbeiten da. und zum chatten bei lesarion. wir waren so abhängig von den musikabteilungen in den kaufhäusern und von freund_innen, die irgendwie eigenartigerweise mehr musik kannten als wir. ich glaube, diese nacht war der beginn meiner musiksammelleidenschaft.

meine feministische politisierung ging dann rasant voran. ich war quasi sofort in den gendertroublediskursen verstrickt, mein praktikum im mädchenhaus wurde eine suche nach eigener identät in den ganzen rollen und ansprüchen und realitäten und widersprüchen. riotgrrrl hat geholfen, die wut und verzweiflung zu bearbeiten. ich bin keine frau*.

mittlerweile ist das internet eine instituion geworden. nichts geht mehr ohne internet. wie sonst bleibe ich up-to-date, kann ich weniger bekannte musiker_innen finden, weiß ich von neuheiten und neuveröffentlichungen? die gängigen deutschsprachigen musikzeitschriften geben aus feministischer perspektive mal so ziemlich gar nichts her. ok ok, ich habe m.i.a. in der spex kennengelernt. santigold auch. aber was ist mit all den unbekannteren, kleineren bands und musiker_innen? ich bin so dankbar für riotgrrrlberlin. mittlerweile gibt es 5 compilations mit “all grrrl/femmes/ladies/women/lesbian/trans*/ intersex* (define yourself!!!) -bands/acts.” riotgrrrlberlin “ARE NOT LOOKING FOR CIS BOY BANDS WITH A CIS FEMALE SINGER. > 50% GRRRLS* at the instruments!!! ” danke.

einen guten überblick dessen, was im musikbusiness in bezug auf geschlechterverhältnisse los ist, gibt’s bei mädchenmannschaft als jahresrückblick 2012.

am 6. april lege ich wiedermal auf einer größeren party auf. ich freue mich drauf. meine playlist ist meist 90% grrrl/femmes/ladies/women/lesbian/trans*/intersex* (ich recherchiere -noch- nicht nach selbstbezeichnungen der künstler_innen) von pop über dance zu rap oder so.

und was habt ihr so gehört “früher”?